Oberlandrallye Platz 3 in der Klasse, 20(!) Gesamt bei 70 Startern

Die Anstrengungen und Mühen der letzten Woche wurden doch noch belohnt! Wir konnten ein positives Saisonabschlussergebnis einfahren – diesmal endlich auch ohne technische Probleme. Doch schön der Reihe nach, gab ja noch den Schaden von der Visselhöveder Herbstrallye zu beheben. Leider war es nicht nur eine Kleinigkeit, sondern wieder eine größere Reparatur am Antriebsstrang.

Dieser bereitete uns das ganze Jahr über immer wieder Probleme, hoffentlich ist damit nun endlich mal Ruhe. Diesmal war es eine Steckwelle im Differential der Hinterachse, welche kaputt gegangen war und nur mit Mühe ohne das ganze Differential zu zerstören vom Spezialisten ausgebaut werden konnte. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Steffen Oppel und Team von Instruktorenbörse-Werkstatt die das Auto just in time fertigstellen konnten. Am Donnerstag vor der Rallye fuhr ich dann Richtung Erfurt um das Rallyeauto abzuholen. Ich musste am Freitag Urlaub nehmen um das Auto Reifentechnisch, optisch(der Schlamm hing noch Kiloweise fest von der letzten Rallye) usw. am Morgen noch für die Oberland vorzubereiten.



Am Freitag gegen 13:30 Uhr machte ich mich mit Miriam auf ins Allgäu zu meiner Lieblingsrallye in den Bergen, ich hatte gute Erinnerungen an 2014 – hier konnten wir einen Klassensieg einfahren. Wir kamen gut durch und erreichten Altenstadt bei Schongau nach 4,5 Stunden Fahrt. Als wir zur Dokumentenabnahme wollten, überraschte uns der M3 damit, dass am Türschloss ein Schalter hing und die Fahrertüre sich nicht richtig schließen ließ. Meine Laune war gleich mal sehr gut, aber telefonisch konnte mir Stefan, einer unserer BMW-Spezialisten im Team den richtigen Tipp geben und mit viel Caramba konnte das Schloss wieder zum Funktionieren gebracht werden – zum Glück war dies die einzige Hürde die wir vor dem Start überwinden mussten.

Der Wetterbericht wechselte ständig von Trocken bis hin zu Dauerregen am ganzen Tag. Am Samstagmorgen sagte dieser Nachmittags Regen vorher und ich dachte besser Reifen wechseln, da die Trockenreifen nicht mehr das beste Profil hatten. Kurzum, 7:00 Uhr Reifen gewechselt, Frühstück und ab Aufschrieb machen. Herrliche Landschaften zum Rallyefahren – ich sagte zu Miri „ein Traum in dieser Kulisse wo andere Urlaub machen einen Wettbewerb fahren zu dürfen“(siehe Bilder). Pünktlich hatten wir zur Mittagszeit den Aufschrieb fertig und stellten das Auto in den Startpark. Hier stand ein Prominentes Starterfeld, u.a. der mehrfache Deutsche Meister Hermann Gaßner Senior und auch der Junior(war früher in der Weltmeisterschaft unterwegs) sowie viele weitere Siegfahrer waren am Start. Ich sagte noch zu Miriam „wenn wir heute unter den ersten 50% landen, haben wir ein gutes Ergebnis erreicht“.

Um 12:48 Uhr ging es dann für uns los in die Rallye – die Wertungsprüfungen kannte ich noch von vor 2 Jahren, die fand ich damals schon super. Auf WP 1 ging es hoch auf den Berg, wir starteten hinter einem Bergdorf auf asphaltierten, einspurigen Wegen mit schnellen flüssigen Passagen, über Kuppen die nicht einsehbar waren und in Kurven die ihren Radius veränderten – der Aufschrieb war sehr anspruchsvoll für diese Stellen, stimmte aber genau. Ich mag solche schnellen, flüssigen Strecken, fuhr aber noch etwas verhalten. Das Vertrauen in Material und Aufschrieb war aber da und so gelang uns schon in der ersten Prüfung eine Zeit im vorderen Drittel des Feldes - 28. Gesamt.

Die WP 2 war auch eine sehr schnelle WP mit einer endlos langgezogenen Kurve, bei der man meinte, diese wolle gar nicht mehr aufhören, immer wieder änderte sich der Radius etwas aber alles ging sehr flüssig im 4. Gang ausgedreht. Nachdem eine Schikane durchfahren war, kam nach 150 Metern eine Spitzkehre bei der ich am Morgen schon probiert hatte, wie diese mit der hydraulischen Handbremse quer funktioniert - klappte beim Üben recht gut. Leider hatte ich auf WP 2 an dieser Stelle meinen einzigen Fahrfehler an diesem Tag - das Tempo mit dem ich ankam war höher und der Belag an besagter Stelle leider rutschiger als am Morgen - so kam es, dass ich mich nicht 90, sondern 180 Grad drehte. Natürlich wurde das gefilmt und ist in youtube zu sehen, wie sollte es auch anders sein - und zur Krönung hab ich den Motor auch gleich noch abgewürgt. Naja, sei's drum nix passiert, hat aber Zeit gekostet... am Ende reichte es trotz allem noch zur 32. Zeit.

Der Zuschauerrundkurs WP3 war mir noch gut bekannt, auch hier sehr flüssige Strecken mit einer Passage, bei der man auf der Bundesstraße bis in den 5. Gang durchladen kann und auf 200 km/h kommt. Im inneren Teil einige sehr rutschige Stellen in manchen Kurven, doch unser Aufschrieb stimmte und wir waren hier richtig flott unterwegs - 18. Zeit auf der WP, wir gingen auf einem sehr guten 23. Platz in die Sammelpause.

Nun stand der zweite Durchgang an, WP 4 lief bei schönstem Sonnenschein und 19(!) Grad, ja wirklich! - es machte richtig Spaß bei diesem herrlichen Wetter Rallye zu fahren - wir markierten die 22. Zeit Gesamt - 4 Sekunden schneller als WP 1. Nun ging es zur WP 5 und Ziel war es, an der Stelle ohne Dreher die Kurve möglichst gut zu nehmen - das youtube Video zeigt, dass ich es doch besser kann, für meine Begriffe fast perfekt die Kurve genommen und am Ende die 21. Zeit, 5 Sekunden schneller als WP2.

 https://youtu.be/yL2KoJByvhY bei 1:54 wie man es nicht macht und 2:14 wie es richtig geht, grins...

Nun ging es nochmal auf den Rundkurs, den ich schon beim ersten Umlauf so mochte - erneut um 3 Sekunden verbessert und die 16. Zeit auf WP 6 markiert - fast wie in alten Zeiten wir waren beide total happy. Im Ziel sahen wir dann, dass wir uns in der Gesamtwertung auf eine Top 20 Platzierung verbessert hatten ohne dass vor uns jemand ausgefallen wäre, sondern durch die Leistung in der zweiten Sektion.

Dieses Ergebnis hatten wir uns dringend vor der Winterpause gewünscht - mit Miriam als Co war ich vor dieser Rallye letztmalig im März(!!!) im Ziel. Zusammenfassend kann man sagen Platz 3 in der Klasse die Saison begonnen und auch auf Platz 3 der Klasse beendet - Ende gut, alles gut.

Nun wollen wir endlich das Defekt-Seuchen-Jahr hinter uns lassen und für 2017 einige Verbesserungen am Auto machen, vor allem die Zuverlässigkeit wird der Schwerpunkt der Winterarbeiten sein. Finanziell sind wir nach so einem harten Jahr nicht mehr vom Budget her so aufgestellt, dass wir großartig Verbesserungen am Auto machen können. Jedoch ein paar Dinge wird das Christkind unter dem Christbaum legen... darauf freue ich mich jetzt schon.

An dieser Stelle möchte ich nicht vergessen, allen die uns unterstützt haben Sponsoren, Mechaniker, Helfer, Fotografen, Daumendrücker, Fans und jeder der an uns gedacht hat Danke zu sagen. Ohne Euch wäre das alles nicht möglich! Wir haben uns als Team weiterentwickelt und es geschafft, wieder dahin zu kommen, wo wir 2015 vor dem Unfall waren - ins vordere Drittel des Feldes. Die Chemie stimmt einfach im Auto - Danke Miriam Danke Michael es ist Perfekt mit Euch an meiner Seite Rallye zu fahren - so macht Rallyesport Spaß.  Jetzt feiern wir am 26.11.16 erstmal unseren Saisonabschluss und dann planen wir für 2017...

Es grüßt Euch herzlichst,

Jürgen mit Team